Die Tizen App Zertifizierung

Jeder, der schon einmal eine App für den bada Appstore eingereicht hat kennt das wohl: Man macht sich unheimlich viel Mühe mit der App, reicht diese ein, wartet schier endlos lange Tage ab und bekommt dann eine Ablehnung mit einer haarsträubenden Begründung. Dann versucht man das ganze irgendwie zu korrigieren (oft genug weiß man ja gar nicht mal, was man überhaupt korrigieren soll), reicht es ein, wartet wieder endlos und bekommt erneut die gleiche oder eine ähnlich unsinnige Fehlerbeschreibung. Insbesondere die langen Wartezeiten von teilweise bis zu 2 Wochen oder mehr haben vielen bada-Entwicklern den Nerv geraubt und sind sicherlich mit ein Grund dafür, dass bada immer unterversorgt mit Apps war.

Mit genau dieser Erwartung bin ich an die Zertifizierung meiner ersten Tizen Apps herangetreten. Das Seller Office sieht schon so aus wie zu bada Zeiten und dementsprechend habe ich bei der Zertifizierung meiner Apps mit den gleichen Problemen gerechnet. Mein erster Versuch ging auch schon prompt schief: nach 2 oder 3 Tagen bekam ich die Meldung, dass die Icons für die App in der falschen Größe vor lägen. Die nächsten Versuche endeten ähnlich. Glücklicherweise kamen die Ergebnisse immer schon nach spätestens 2 bis 3 Tagen, meistens aber sogar schon direkt am nächsten Werktag. An diesem Punkt scheinen Samsung und der Rest der Tizen-Group tatsächlich etwas besser machen zu wollen.

Ansonsten läuft es wirklich nahezu so ab wie man es vom Samsung Appstore gewohnt ist. Man füllt in etwa die gleichen Felder aus und auch der Upload der Screenshots ist genauso unflexibel wie bei Samsung Apps (Screenshots müssen in einer ganz bestimmten Auflösung vorliegen und es gibt keine Möglichkeit zum Zurechtschneiden o.ä.).

Das Ergebnis wird per EMail mitgeteilt und man erhält auch wieder einen Report bestehend aus Text, Bildern und ggf. Videos. Beim Lesen der Reports fällt auf, dass nun scheinbar verschiedene Tests automatisiert von einem Computer durchgeführt werden. Ist zum Beispiel das Menüicon der App nicht in der richtigen Größe vorhanden, gibt es eine entsprechende Meldung im Report und die Zertifizierung ist schon am nächsten oder übernächsten Tag nach dem Einreichen mit negativen Ergebnis beendet. Man fragt sich natürlich unweigerlich warum das dann immer noch bis zu 3 Tage dauert, aber wer weiß schon welche Abläufe da im Hintergrund noch zugange sind.

Fehler in der App werden von Testern mit Bildern oder Videos dokumentiert, das kennen wir schon von der bada App Zertifizierung. Neu ist nun, dass für native Apps hin und wieder auch gleich ein Logfile direkt vom Gerät des Testers mitgeschickt wird. Das hilft ungemein bei der Fehlersuche, insbesondere dann wenn von die vom Tester beschriebene Fehlermeldung in etwa ‚Geht nicht!‚ lautet.

Haben die Tester nichts zu beanstanden, kann man schon nach wenigen Werktagen mit einem positiven Ergebnis rechnen. Sowohl Marco als auch ich haben im Zuge des Port-a-thons teilweise sogar schon innerhalb von knapp 24 Stunden nach Einreichen der App ein positives Ergebnis gehabt. Zu besten bada Zeiten hat das immer mindestens 1 Woche gedauert, manchmal sogar zwei.

Genau wie bei Samsung Apps ist beim Tizen Store die Zertifizierung derzeit völlig kostenlos für Entwickler. Alle Pläne seitens Samsung, die Zertifizierung für bada Apps kostenpflichtig zu machen wurden zuerst immer weiter verschoben, dann scheinbar auf Eis gelegt. Wie das für den Tizen-Store aussieht lässt sich jetzt noch nicht sagen, aber vermutlich wird die App-Zertifizierung auch dort noch für eine ganze Weile lang kostenlos bleiben.

Samsung scheint sich also wirklich vorgenommen zu haben, die Zertifizierung von Tizen Apps angenehmer und einfacher für uns Entwickler zu machen. Allein schon, dass man nicht immer 1 bis 2 Wochen warten muss, um überhaupt irgendein Ergebnis zu bekommen, ist schon ein riesiger Pluspunkt im Vergleich zur Zertifizierung von bada Apps. Ob das in Zukunft auch so bleibt ist natürlich ungewiss.

 

 

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